Blogbeitrag vom 07.09.2026 KI-Führerschein

Zulassung: KI-Datenresidenz in Liechtenstein halten

Mitarbeitender erhält sein KI-Nummernschild aus Liechtenstein.

Montagmorgen. Eine Sachbearbeiterin lädt ein vertrauliches Protokoll in ein KI-Tool, um eine Zusammenfassung zu erstellen. Das Tool antwortet in Sekunden, die Zusammenfassung ist gut. Was sie nicht weiss: Das Dokument wurde auf einem Server in den USA verarbeitet – von einem Anbieter, der amerikanischem Recht untersteht. Weisst du, wo deine KI zugelassen ist – und wer sonst noch einen Schlüssel hat?

Viele Organisationen haben diese Frage nie gestellt. Die Antwort ist trotzdem längst gegeben – stillschweigend, zugunsten eines amerikanischen Anbieters.

Das Kennzeichen, das nur die Wenigsten prüfen.

Viele Organisationen nutzen KI-Tools, ohne zu wissen, wo ihre Daten verarbeitet werden. «DSGVO-konform» steht in den Nutzungsbedingungen – und das kann unter Umständen sogar stimmen, soweit es die europäischen Datenschutzregeln betrifft. Aber DSGVO-konform ist nicht dasselbe wie «Daten in Europa». Das ist ein entscheidender Unterschied.

US-amerikanische Anbieter unterliegen nämlich dem CLOUD Act. Dieses Bundesgesetz verpflichtet US-Unternehmen, auf Anfrage amerikanischer Behörden Zugriff auf Daten zu gewähren – unabhängig davon, in welchem Land die Daten gespeichert sind. Ein Server in Amsterdam schützt nicht davor, wenn der Betreiber ein US-Konzern ist.

Für eine Gemeindeverwaltung, die Bürgeranfragen bearbeitet, ist das kein theoretisches Risiko. Und für eine Kanzlei, die Mandantendaten verarbeitet, ist es sogar ein konkretes Haftungsthema. Man ist zwar mit KI unterwegs – aber eben mit ausländischem Kennzeichen.

Kurz-Check: Weisst du, wo deine Daten zugelassen sind?

  • Weisst du, auf welchem Server das KI-Tool deiner Organisation die Daten verarbeitet?
  • Ist der Betreiber dieses Tools ein Unternehmen mit Hauptsitz in Europa?
  • Wurden deine Mitarbeitenden informiert, welche Daten in KI-Tools eingegeben werden dürfen?
  • Gibt es eine interne Regel, welche Dokumente nicht in externe KI-Tools gehören?
  • Weisst du, ob deine KI-Daten zu Trainingszwecken genutzt werden?

Wenn du mehrere dieser Fragen verneinen musst, ist das nicht zwangsläufig eine Tragödie. Aber es ist ein klares Zeichen, dass deine Organisation nicht einfach schneller fahren sollte, sondern zuerst Ordnung ins Cockpit bringen muss.

Mit FL-Kennzeichen bleiben deine Daten dort, wo du es bestimmst.

Genau hier setzt kaio an – der KI-Workspace für Liechtenstein, den walsermedia als Managed Service betreibt und inkl. Setup, Schulungen und Weiterentwicklung persönlich betreut. Organisationen haben die Wahl: Wer Frontier-Modelle wie ChatGPT, Claude oder Gemini nutzen möchte, kann sie von uns in kaio unkompliziert integrieren lassen. Die Daten werden dann auf europäischer Infrastruktur von Microsoft, Google und Co. verarbeitet – wir kümmern uns um den Datenverarbeitungsvertrag und sichern vertraglich ab, dass deine Daten nie für das Training von KI eingesetzt wird. Für alle, die komplett auf US-amerikanische Anbieter verzichten wollen, binden wir Open-Source-Modelle auf rein europäischer Infrastruktur von Partnern mit Hauptsitz in Europa ein.

In beiden Fällen gilt: Jede Organisation arbeitet in einer eigenen, abgeschlossenen Umgebung – kein Mietwagen mit unbekannten Bedingungen, sondern ein Fahrzeug mit europäischem Kennzeichen und europäischer Zulassung. Denn der Serverstandort ist keine technische Hintergrundinformation. Er ist eine bewusste Entscheidung, die vor dem Start gemeinsam festgelegt wird. Konkret bedeutet das drei Dinge:

  1. walsermedia ist ein liechtensteinisches Unternehmen – ohne Muttergesellschaft in den USA, ohne CLOUD-Act-Exposition. Was auf den vereinbarten Servern gespeichert wird, untersteht europäischem Recht.
  2. Keine Nutzung zu Trainingszwecken. Die Daten, die deine Organisation in kaio eingibt, werden ausschliesslich für die jeweilige Aufgabe verarbeitet und danach auf europäischen Servern gespeichert.
  3. kaio ergänzt den sicheren Serverstandort mit weiteren Sicherheitsebenen, die vor unberechtigtem Zugriff schützen. Zum Beispiel durch aktives Security Monitoring. Optional sind auch ein isolierter VPN-Kanal und eine automatische Filterung personenbezogener Daten zubuchbar. Bei walsermedia wird Datenschutz wird nicht erhofft, sondern systematisch umgesetzt.

Daten dort lassen, wo sie hingehören.

Für Gemeinden und Kanzleien in Liechtenstein ist Datenresidenz keine Komfortfrage. Sie ist eine Grundvoraussetzung – für Revisionssicherheit, für das Vertrauen der Kundschaft und für den rechtlich sauberen Betrieb. kaio lässt die Daten dort, wo deine Organisation es bestimmt.

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Rechtsberatung. Angaben zum CLOUD Act und zur DSGVO basieren auf dem aktuellen Stand der Recherche und sollten vor unternehmerischen Entscheidungen mit einer Fachperson geprüft werden.

Was bedeutet Datenresidenz und warum ist sie für meine Organisation relevant?

Was bedeutet Datenresidenz und warum ist sie für meine Organisation relevant?

Datenresidenz bezeichnet den geografischen Ort, an dem Daten gespeichert und verarbeitet werden. Für Organisationen, die mit vertraulichen Informationen arbeiten – Mandantendaten, Bürgeranfragen, interne Dokumente – ist dieser Ort entscheidend. Er bestimmt, welchem Rechtssystem die Daten unterliegen, wer im Streitfall Zugriff verlangen kann und ob Datenschutzvorgaben wie die DSGVO vollständig eingehalten werden (können).

Was ist der CLOUD Act und betrifft er auch Tools auf europäischen Servern?

Was ist der CLOUD Act und betrifft er auch Tools auf europäischen Servern?

Der CLOUD Act ist ein US-amerikanisches Bundesgesetz. Es verpflichtet US-Unternehmen, auf Anfrage amerikanischer Behörden Zugriff auf gespeicherte Daten zu gewähren – unabhängig davon, in welchem Land diese Daten liegen. Das bedeutet: Ein KI-Tool eines US-Konzerns ist auch dann CLOUD-Act-exponiert, wenn die Server physisch in Europa stehen. Die juristische Kontrolle liegt beim Betreiber – nicht beim Serverstandort.

Was bedeutet «DSGVO-konform» und warum reicht das allein nicht aus?

Was bedeutet «DSGVO-konform» und warum reicht das allein nicht aus?

DSGVO-konform bedeutet, dass ein Anbieter die europäischen Datenschutzregeln für die Verarbeitung personenbezogener Daten einhält. Was DSGVO-konform jedoch nicht garantiert: dass die Daten physisch in Europa verarbeitet werden, dass kein US-amerikanisches Recht greift oder dass keine Nutzung zu Trainingszwecken stattfindet. Für Organisationen mit Revisionspflicht reicht DSGVO-Konformität allein deshalb oft nicht aus.

Werden meine Daten in kaio für das Training von KI-Modellen verwendet?

Werden meine Daten in kaio für das Training von KI-Modellen verwendet?

Nein. Deine Daten werden zu keinem Zeitpunkt für das Training von KI-Modellen verwendet. Wir binden Frontier-Modelle ausschliesslich über vertraglich abgesicherte B2B-Cloud-APIs mit strikter Zero-Training-Garantie ein. Für Open-Source-Modelle nutzen wir europäische, US-unabhängige Datacenter-Partner und bieten auf Wunsch auch komplett dedizierte Server in der Schweiz oder der EU an.

Was ist eine isolierte Instanz und was unterscheidet sie von einer geteilten Umgebung?

Was ist eine isolierte Instanz und was unterscheidet sie von einer geteilten Umgebung?

Bei einer isolierten Instanz arbeitet jede Organisation in einer eigenen, abgeschlossenen Umgebung. Daten, Assistenten, Vorlagen und Wissensspeicher sind vollständig getrennt von anderen Organisationen. Bei geteilten Umgebungen – wie sie bei US-amerikanischen Hyperscalern oft der Fall sind – teilen sich mehrere Nutzende oder Organisationen dieselbe Infrastruktur. Das birgt Risiken, die für Organisationen mit Vertraulichkeitspflichten nicht akzeptabel sind.

Kann ich den Serverstandort selbst wählen und was sind die Optionen?

Kann ich den Serverstandort selbst wählen und was sind die Optionen?

Ja. Vor dem Start legt walsermedia gemeinsam mit deiner Organisation fest, wo die Daten gespeichert werden. Zur Wahl stehen Server in Liechtenstein, der Schweiz oder der EU. Der gewählte Standort wird vertraglich fixiert. So bleibt die Datenhoheit dort, wo sie hingehört: bei der Organisation.

Wie verhält sich kaio gegenüber der DSGVO und dem Schweizer Datenschutzgesetz?

Wie verhält sich kaio gegenüber der DSGVO und dem Schweizer Datenschutzgesetz?

kaio ist sowohl DSGVO-konform als auch konform mit dem Schweizer Datenschutzgesetz. Die Datenverarbeitung erfolgt ausschliesslich auf den vertraglich vereinbarten Serverstandorten, in isolierten Instanzen und ohne Weitergabe an Dritte zu Trainingszwecken. Ergänzend bietet kaio optionale Sicherheitsebenen – darunter ein isolierter VPN-Kanal und eine automatische Filterung personenbezogener Daten.

Bereit, KI geordnet und sicher einzuführen?

Mit kaio begleitet walsermedia deine Organisation Schritt für Schritt – von den ersten Regeln bis zum laufenden Betrieb. Persönlich betreut, verständlich erklärt und datenschutzkonform.